Annibel Cunoldi Attems ist in Görz geboren. Kunststudium in Paris. Universitätsabschluss Diplom in deutscher Sprache und Literatur. Erhielt im Jahre 1981 die “Médaille d’argent de la Ville de Paris” für künstlerische Verdienste. In den 70er Jahren in Paris widmet sie sich der Malerei und Grafik. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Editionen mit Radierungen, die sie im Atelier Lacourière-Frélaut realisiert hat. 1980 beginnt sie sich mit der Thematik der „geistigen Gefängnisse“ auseinanderzusetzen. Von 1983 bis 1990 lebt und arbeitet sie in Rom, wo sich ihre Malerei auf großdimensionalen Leinwänden expandiert und architektonische Eigenschaften annimmt. Später, schrittweise, verdeutlicht sich die Beziehung mit dem Raum in dreidimensionalen Werken durch die Benutzung unterschiedlicher Materialien wie Holz, Zement, Stein, Metalle. 1990 beginnt ihre Berliner Erfahrung, die eine tiefe Veränderung innerhalb ihrer Recherche markiert sowie eine Erweiterung ihres Interessenfeldes, eine Auseinandersetzung mit der Architektur der Stadt, die Benutzung der Fotografie, die Einfügung des Wortes als Grundelement ihrer Installationen, die Beziehung mit gewissen historischen Gebäuden, die Benutzung vorgefundener Objekte, die mit diesen verbunden sind und deren künstlerische Anwendung. Spezifische monumentale Wortinstallationen wurden z.B. in Berlin konzipiert: für den historischen Sitz der Akademie der Künste am Pariser Platz, für den historischen Robert-Koch-Hörsaal der Charité, für die Neue Nationalgalerie, wo in der Ausstellung “Aetas mutationis” ein Eingriff der Künstlerin auf der Fassade als Hommage an den Architekten des Museums Mies van der Rohe installiert wurde und im Inneren des Gebäudes wurden unter Anderen zwei große am Potsdamer Platz gefundene Gitter, die mit Wortgittern verbunden sind, die architektonische und soziophilosophische Debatte nach der Wiedervereinigung thematisierten, gezeigt. Im Goethe-Institut Berlin und im Italienischen Kulturinstitut Berlin befinden sich zwei spezifische permanente Installationen. Die ersten Fotoinstallationen wurden von der Künstlerin auf den Fenstern der Ruine der Künste Berlin in ihrer Einzelausstellung “Fortkreis” (1994) gezeigt. Im Martin-Gropius-Bau in der Ausstellung “Klassik heute – das verblasste Ideal” hat sie Fotos von klassischen Elementen heute in Berlin gezeigt, die die Beziehung zwischen Geschichte und Gegenwart verdeutlichen. Im Jahre 2007 realisiert sie die Installation “Diversité” in den “Loges de Viel” des Hôpital de la Pitié-Salpêtrière in Paris, die zusammen mit den Fotos derselben, die im Wilhelm-Griesinger-Haus der Charité in Berlin gezeigt wurden und zu dem kulturellen Programm der XX Jahre Feier der Städtepartnerschaft der zwei Hauptstädte "Paris–Berlin 1987–2007" zählten. In der Region F. V. G. realisiert sie u.a. die permanente Installation “Fortuna comparationis” für die Biblioteca Statale Isontina in Görz und “Universum” für das Palais Morpurgo, Gallerie del Progetto, gamud, Udine. 2007, vor dem kompletten Fall der Grenzen mit Slowenien, zeigt sie im Rahmen der Einzelausstellung "Euforum" in der Mestna galerija von Nova Gorica die Installation "word exchange" mit den Gittern, die von der Grenze der "Transalpina" stammen und die jeweils mit Wortgittern verbunden sind; Diese zeigt sie 2012 erneut in der Einzelausstellung "Ouverture" in den Musei Provinciali von Görz. Aus Anlass der Internationalen Klima Konferenz (COP 15) in Kopenhagen realisiert die Künstlerin eine spezifische Installation für die Verbindungsbrücke des Black Diamond der Dänischen Königlichen Bibliothek, die das neue Gebäude mit dem historischen verbindet. Im Jahre 2011 zeigt sie im Rahmen der “Biennale diffusa del Friuli Venezia Giulia” in Verbindung mit der Biennale von Venedig in der Halle 26 vom alten Hafen von Triest eine Installation mit Fotos vom Porto Vecchio, die sie dort 2002 gemacht hat; In Berlin zeigt sie Fotoinstallationen und Fundstücke aus dem gleichen Areal im Robert-Koch-Hörsaal und zeigt die Fotoinstallationen wieder in Ljubljana im Cankarjev dom im Jahre 2012 im Kontext des Europäischen Monats der Fotografie (EMOP). 2014 folgt die Einzelausstellung "Zeitraum" in der Mala galerija im Cankarjev dom mit Fotodetails von Museen und Kulturinstitutionen, die in den letzten Jahren in Berlin nach der Wiedervereinigung neu entstanden sind, sich verändert haben oder den Ort gewechselt haben. 2017 folgt die Einzelausstellung "Porto Vecchio" im Goriski Muzej, Schloss Dobrovo. Annibel Cunoldi Attems lebt und arbeitet als Künstlerin und Autorin seit 1990 in Berlin, auch wenn sie immer enge Beziehungen mit Görz und mit ihrer Herkunftsregion erhalten hat.